Zoff wegen Aufstiegsfeier des 1. FC Saarbrücken

Nach dem Aufstiegs-Jubel muss der 1. FC Saarbrücken jetzt noch internen Ärger aufarbeiten. Trotz einer Ansage des Präsidenten mischte sich das Team abends in die Aufstiegsfeier der Fans.

Fans und Mannschaft des 1. FC Saarbücken feiern am Dienstagabend (26.5.2020) den Aufstieg des Fuflball-Regionalligisten in die 3. Liga. Im Bild unter anderem Trainer Lukas Kwasniok (li.). Foto: Imago

Der 1. FC Saarbrücken ist zurück in der 3. Liga. Die Nachricht kam am Dienstagabend sozusagen aus der Ferne. Die Regionalliga-Saison wurde abgebrochen, Saarbrücken zum Meister und Aufsteiger erklärt. Die Freude brauchte ein Ventil, viele Fans kamen in der Innenstadt zusammen, als die Nachricht bekannt wurde.

Es ist schon schwer genug für Fans, einen Aufstieg möglicherweise in einem Auswärtsspiel zu feiern, aber erst recht, wenn er einfach so „geschieht“. Verständlich, dass dieser Moment irgendwie gefeiert werden musste.

Soweit es die Fans betraf, war das alles auch irgendwie zu erklären. Der Ärger beim 1. FCS entstand, weil Präsident Hartmut Ostermann zuvor eindringlich davor gewarnt, sich allzusehr in die Feierlichkeiten einzumischen. „Deshalb dürfen wir bei aller Aufstiegsfreude nicht vergessen, dass wir noch ein wichtiges Spiel im DFB-Pokal bestreiten dürfen und daher die Abstandsregeln strikt einhalten müssen, damit dieses historische Ereignis nicht gefährdet wird“, so Ostermann auf der Internetseite des Klubs.

Die Nachricht wurde sicher nicht von Spielern oder Trainerteam gelesen – und offenbar auch nicht wirklich intern kommuniziert. Denn dann hätten eben jene Spieler, Trainer und auch Kluboffizielle wohl schnell das Weite gesucht, als sie am Dienstagabend in die Feiern der Fans gerieten. Stattdessen mischten sie sich auch in den Autokorso.

Angst vor Infektion

Genau das sorgt nach Angaben der Saarbrücker Zeitung jetzt für internen Ärger. Angeblich habe der verärgerte Präsident sogar Vertragsgespräche auf Eis gelegt – die Sorge ist, dass durch die Feiern das Pokal-Halbfinale im Gefahr geraten könnte. Eine Corona-Infektion, eine Quarantäne – und das Spiel am 9. Juni (Anstoß 20.45 Uhr) gegen Leverkusen würde auf der Kippe stehen.

Die beteiligten FCS-Spieler und Verantwortlichen seien überraschend in die Feiern hineingeraten, so zitiert die Zeitung den Vizepräsidenten und Ex-Trainer Dieter Ferner. „Das sah natürlich unglücklich aus, aber ich kann nur versichern, dass wir versucht haben, die bestehenden Regeln einzuhalten.“ Dass Spieler im Autokorso mitfuhren, war sicher nicht passend. Für sie gilt, was der Präsident angemahnt hatte: Eine Vorbildfunktion.

Sollte das gelungen sein, wird man diesen Ärger beim 1. FC Saarbrücken bald vergessen haben. In Corona-Zeiten liegen die Nerven manchmal etwas blank – und so ein Aufstieg ist schlichtweg nicht alltäglich.

Einen Teil des Ärgers bekam später auch die Saarbrücker Zeitung ab, für die Mark Weishaupt einen kritischen Kommentar über das Verhalten der Spieler formulierte. „Profis, die seit ein, zwei Wochen wissen, dass ihr Aufstieg Formsache ist und nur noch abgesegnet werden muss, müssen sich an die Spielregeln halten“, so seine Aussage. Die Feiern seien ein „bitteres Eigentor“ gewesen.

Logischerweise kam das bei den Fans des FCS nur mäßig gut an – Drohungen über Abo-Kündigungen machten die Runde. Nun ist das eher albern, denn einen Kommentar, der Meinung ist, muss man auch aushalten können. Schließlich war das Verhalten der Mannschaft kritikwürdig.

Dennoch: Man darf annehmen, dass die Botschaft des Präsidenten im Verein schlichtweg nicht gut genug verteilt worden ist. Das wäre dann hausgemachter Ärger.

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