Lok-Trainer Wolfgang Wolf will „unter allen Umständen“ Saison beenden

Leipzig – Wird die Regionalliga ihre Saison beenden? Für Wolfgang Wolf, Trainer von Lok Leipzig, ist die Sache klar: Unter allen Umstände sollte man die Saison zu Ende führen. Das erklärte er in einem Beitrag auf der Webseite der Leipziger.

Über den Alltag in Corona-Zeiten hat Wolf dabei die gleichen Dinge wie fast alle anderen auch zu sagen. Man versuche das Beste daraus zu machen und sei vorsichtig.

Gespräche und Anfragen von Spielerberatern und die ständigen Gedanken um die Saison beschäftigen Wolf nach eigener Aussage. Klar ist für den Trainer allerdings eines: Die Saison „sollte die Saison unter allen Umständen zu Ende“ geführt werden. Es gebe ja keinen Druck, die EM sei verschoben, die Saison könne bis in den Spätsommer verlängert werden. Sogar die kommende Winterpause könnte genutzt werden, um die Saison zu beenden. „Ganz klar: Wir wollen weiterspielen! „

Natürlich treibt den Klub der reine Eigennutz. Als Spitzenteam (47 Punkte, punktgleich mit Altglienicke, aber ein Spiel weniger) steht die Lok vor einem möglichen Aufstieg. Ein Abbruch wäre aus Sicht der Leipziger natürlich der GAU. Nicht nur wegen der Lage in der Liga, auch wegen des DFB-Pokals. Im Sachsenpokal besteht für Leipzig noch die Chance auf die Qualifikation für die Hauptrunde.

Für Diskussionen um einen Saisonabbruch hätte Wolf daher „kein Verständnis“. Dabei gäbe es da durchaus etwas zu diskutieren. Denn eine Fortsetzung der Liga wäre ja überhaupt nur dann möglich, wenn Regierung und Land „grünes Licht“ dafür geben. Und selbst dann wäre eine Fortsetzung mit Zuschauern ausgeschlossen. Nicht einmal die Profiligen dürfen Zuschauer zulassen – aber gerade in der Regionalliga sind Zuschauereinnahmen eine wichtige Erlösequelle. Woher kommt also diese absolute Überzeugung, dass nur eine Saisonfortsetzung denkbar sei?

Wenig überraschend hält man sich bei Lok Leipzig in einem bestimmten Szenario für den einzig logischen „Aufsteiger“. Bezogen auf die Zahl der absolvierten Spiele würde Lok Spitzenreiter sein. Ein Aufstieg wäre die „einzige Option, wie ein Saisonabbruch zu vermitteln wäre“, glaubt Wolf.

Aber was würde wohl Konkurrent Cottbus zu diesen Überzeugungen sagen? Es ist ja nicht so, als sei Energie mit zwei Punkten Rückstand hoffnungslos abgeschlagen. Leipzig ist mit seiner speziellen Logik natürlich nicht allein. Auch aus Essen waren zuletzt Aussagen zu vernehmen, die RWE als würdigen Aufsteiger bei einem Saisonabbruch nennen. Dabei hätte sportlich der besser postierte SC Verl Vorrang. Das Problem ist grundsätzlicher Natur: Wer würde bei einem Saisonabbruch das Aufstiegsrecht erhalten? Wie fair wäre das für Verfolger?

Das sind alles Fragen, die Lok Leipzig nicht erörtert.

111.000 Tickets verkauft

Unterdessen hat Lok für das virtuelle Spiel gegen den „Unsichtbaren Gegner“ bereits 111.000 Tickets zu 1 Euro verkauft.

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