Offiziell: Imke Wübbenhorst wird neue Trainerin in Lotte

Die Sportfreunde Lotte haben Imke Wübbenhorst als neue Trainerin vorgestellt. Sie tritt die Nachfolge von Ismail Atalan an, der im Februar nach Halle wechselte.

Imke Wübbenhorst soll neue Trainerin in Lotte werden. Foto: Imago

Die Verträge von Imke Wübbenhorst und Andy Steinmann laufen jeweils bis zum 30. Juni 2022.

Am Freitag hatten die Sportfreunde zur „Video-Trainervorstellung“ eingeladen. Wübbenhorst war zuletzt Trainerin des BV Cloppenburg in der Oberliga Niedersachsen. Im Sommer verließ sie den Klub, der in die Landesliga abstieg. Ihren Abschied hatte sie da aber schon längst angekündigt: Im März 2019 stand der Entschluss schon fest.

Die Lehrerin will jetzt einen neuen Anlauf nehmen. Dem Sportinformationsdienst (sid) hatte sie am Donnerstag bereits bestätigt, in guten Gesprächen mit einem Verein zu stehen. Man sei „ziemlich weit“, so ihre Aussage.

Dieser neue Verein sind nun die Sportfreunde Lotte. „Das Team aus Manfred Wilke, Thorsten Cloidt und Daniel Körber war deshalb in den letzten Wochen sehr produktiv und hat sich intensiv mit der zukünftigen Spielphilosophie beschäftigt“, so Geschäftsführer Thorsten Cloidt. Wübbenhorst wird damit die zweite Trainerin in der Regionalliga. Im vergangenen Jahr war Inka Grings bereits mit dem SV Straelen in der Spielklasse unterwegs, stieg aber mit dem Klub am Saisonende ab.

Wübbenhorst wird sich jetzt in Vollzeit als Trainerin engagieren . „Das habe ich mir immer gewünscht“, so Wübbenhorst während ihrer Vorstellung. Sie habe sich das Team bereits detailliert angeschaut und sehe „ganz viele Stellschrauben“. Die Sportfreunde hätten ein gutes Grundgerüst und man könne nun schauen, wo personelle Veränderungen anstehen könnten.

„Freue mich wahnsinnig“

„Ich erwarte viel von mir selber. Ich weiß, wie kurzfristig die Zeit als Trainerin sein kann. Ich freue mich wahnsinnig auf die Arbeit.“

Erste Aufgabe sei jetzt, die Mannschaft zu dem Spiel zu bringen, das ihr vorschwebe. Das baue auf dem auf, was die Spieler bereits zurückgemeldet hätten. „Das werden wir schnell einarbeiten können. Die Mannschaft ist fit, soweit ich das sehe, machen die gute Läufe. Jetzt werden wir versuchen, fußballspezifische Übungen einzubringen.“

Das Kennenlernen mit dem Team sei natürlich schwierig. Man werde sich am Freitag zunächst mit dem Mannschaftsrat treffen – und der solle dann die ersten Ergebnisse ins Team transportieren. „Wir wollen den Jungs jetzt auch Perspektiven bieten.“

Über den Unterschied zwischen Frauen- und Männerteams sagte Wübbenhorst mit einem Lächeln: „Das unterscheidet sich kaum. Es gibt in jeder Mannschaft die gleichen Typen Menschen.“ Das werde kein großes Thema sein. Daniel Körber ergänzte: „Der Fußball selbst ist geschlechtsneutral, das macht keinen Unterschied. Wir haben schließlich 2020.“

Alle Saisondaten zu SF Lotte

Interimstrainer Andy Steinmann wird nun in Lotte abgelöst, ohne ein einziges Spiel als verantwortlicher Trainer mit den Sportfreunden absolviert zu haben. Steinmann hatte kurzfristig übernommen, weil Ismail Atalan nach einem 1:1 in Oberhausen Ende Februar zum Halleschen FC gewechselt war. Doch noch vor dem ersten Spiel in Lippstadt kam der Fußball zum Halt. Steinmann bleibt den Sportfreunden allerdings erhalten: „Es ist uns eine Freude, mit Andy zukünftig die offene Position des Co-Trainers zu besetzen“, so der Klub.

In Lotte solle zukünftig wieder aggressiverer Fußball gespielt werden, der sich in den Ergebnissen wiederspiegele. Im Ballbesitz will der Klub mit Schnelligkeit erfolgreich zum Abschluss kommen und die Gegner mit konsequentem Pressing schon beim Spielaufbau stören – das ist die Idee.

Diese klar definierten Spielmerkmale waren die Basis bei der Suche nach dem geeigneten Trainer. Dabei zählte für die Verantwortlichen das Gesamtpaket aus der Art Fußball spielen zu lassen und eine Persönlichkeit zu finden. „Bei diesem Prozess haben wir den Trainermarkt intensiv sondiert und freuen uns deshalb heute sehr, Imke Wübbenhorst als neuen Coach unserer Regionalligamannschaft vorstellen zu dürfen“, so Manfred Wilke.

Wübbenhorst wird in diesem Jahr den Fußballlehrer-Lehrgang abschließen, aber die Prüfungen sind angesichts der Corona-Zeit noch nicht terminiert. „Es ist aber kein Problem, das in ein paar Monaten noch nachzuholen. Das steht sicher gerade nicht an erster Stelle.“

Der Kontakt zwischen Klub und Trainerin kam über Wübbenhorsts Berater zustande. Die Bewerbung habe Manfred Wilke interessiert, „dann kam der Anruf“. Ein Treffen habe dann stattgefunden, ein „Kreuzverhör“, in dem Spielphilosphien ausgetauscht würden. Es sei dann eine ganze Reihe von Gesprächen erfolgt, in denen auch klar wurde, dass Andy Steinmann eine Rolle spielen könnte.

Der Co-Trainer selbst freut sich auf die neue Aufgabe. „Die ersten Gespräche mit Imke liefen sehr gut, wir werden uns sicher gut ergänzen. Ich kann hier auch noch viel lernen, das wird mir auch helfen.“

Der Klub habe jetzt „richtig Rückenwind“, um etwas Neues zu schaffen, so Steinmann.

Offene Frage nach der Saison

Mit dem Team für eine neue Saison beschäftigt sich das Trainerteam bereits. „Wir denken natürlich über Spieler nach – auch damit die Spieler Sicherheit haben“, so Steinmann. Niemand könne vorhersehen, wann und wie es weitergehe. „Aber wir müssen uns trotzdem schon mit Neuzugängen beschäftigen.“

Die Frage nach der Spielzeit sei nicht „abwegig“, so Wübbenhorst auf Frage unserer Redaktion. „Daher ist es wichtig, den Spielern Wege zu zeigen, wie es weitergeht. Der Fußball wird irgendwann wieder rollen. Dann ist es enorm wichtig, vorbereitet zu sein.“ Man könne viel tun auch in diesen Zeiten.

Es sei gar nicht so entscheidend, ob der Ball jetzt sofort wieder rolle. „Wichtig ist, jetzt die Zeit zu haben, mit den Jungs zu arbeiten.“

Daniel Körber: „Wir müssen uns der gesamtgesellschaftlichen Bedeutung bewusst werden. Es geht um die Abschwächung der Pandemie – und die Zeit jetzt gibt uns auch Chancen.“

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