Härtefall RSV Meinerzhagen: „Sind schon enttäuscht“

März 2020: Der RSV Meinerzhagen gewinnt in Gütersloh mit 2:0. Co-Trainer Nuri Sahin am Spielfeldrand. Foto: Imago

Wahrscheinlich wird im westfälischen Fußball in dieser Saison nicht mehr gespielt. Der Beschluss muss noch formal bestätigt werden, aber im Grunde ist klar: Die Saison ist durch. Für den Regionalliga-Aufstiegsaspiranten RSV Meinerzhagen hat das unangenehme Konsequenzen. Der Klub ist einer der Härtefälle.

März 2020: Der RSV Meinerzhagen gewinnt in Gütersloh mit 2:0. Co-Trainer Nuri Sahin am Spielfeldrand. Foto: Imago

Ganz frisch ist die Nachricht noch: Der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW) soll auf einem Verbandstag die Entscheidung des Präsidiums formal bestätigen, die Saison 2019/2020 abzubrechen. Die absolvierten Spiele würden nicht annulliert, stattdessen werden die Regionalliga-Aufsteiger rechnerisch ermittelt. Punkte und Quotienten dienen dazu, auch ein Blick in die Hinrundentabelle.

Für die Oberliga Westfalen bedeutet dies: Der Tabellenerste SC Wiedenbrück dürfte in die Regionalliga aufsteigen, der Tabellendritte RW Ahlen auch – und der Tabellenzweite RSV Meinerzhagen würde in die Röhre schauen. Und warum? Nun, weil sowohl Wiedenbrück und Ahlen im Durchschnitt mehr Punkte aus ihren Spielen geholt haben als Meinerzhagen.

„Wir sind natürlich alle schon sehr enttäuscht“, so der Klub-Vorsitzende Dirk Rebein im Gespräch mit dem Regionalliga-Magazin. „Wir hatten mit einer etwas gerechteren sportlichen Lösung gerechnet, die solche Härtefälle umgangen hätte.“ Rebein nennt hier eine Art „Wildcard“.

Man werde, so Rebein, jetzt die FLVW-Entscheidung juristisch bewerten lassen und prüfen, ob ein Rechtsweg dagegen überhaupt sinnvoll ist.

Die Enttäuschung in Meinerzhagen ist nachvollziehbar – das wird auch der Verband wissen. Mit 39 Punkten aus 20 Spielen spielt der RSC eine mächtig starke Saison und mehr noch: Der Spielplan der Restsaison hätte für Meinerzhagen auch noch das direkte Duell mit RW Ahlen bereitgehalten. Wer weiß, wer weiß..?

Rebein selbst formulierte, dass der Klub jetzt erst einmal ein paar Tage brauchen werde, um die Entwicklung zu verarbeiten. Dass der RSV diese Saison vorerst nicht noch einmal wiederholen könnte, will er nicht sagen. „Ich glaube, wir könnten das noch einmal schaffen. Davon bin ich überzeugt. Auch wenn die Spieler jetzt gerade emotional ganz schön geknickt sind.“

Wirtschaftlich ist die Lage für den Klub aus dem Sauerland zwar angespannt, aber nicht lebensbedrohlich. „Wir stehen jetzt nicht gerade vor der Zahlungsunfähigkeit“, so Rebein. „Aber ein paar tausend Euro fehlen uns schon.“

Mit einigen Sponsoren, die angesichts der Entwicklung ihre Verträge lieber kündigen wollten, hat der RSV eine „Aussetzung“ erreicht. Ohne diese Loyalität der Unternehmen würde es vielleicht schwieriger werden. Da geht es Meinerzhagen wie vielen anderen Klubs derzeit auch.

Stadion-Umbau mit Blick Regionalliga

Es gehört zu den schon seltsamen Begleitumständen, dass sich der RSV Meinerzhagen mit der Stadt längst auf mögliche Regionalligaspiele vorbereitet hatte. Das Stadion an der Oststraße wird aktuell ertüchtigt. Neue Toiletten-Anlagen werden errichtet, das Vereinsheim wird erweitert, Pflasterflächen neu angelegt und der Kunstrasenplatz saniert. Und natürlich bekommen die Fans endlich ein Dach über den Kopf. Auf 48 Meter Breite werden die Tribünenstufen mit einem Wetterschutz versehen. Ach ja, und in der „Sommerpause“ soll auch das Flutlicht ausgebaut werden.

Nur für die Regionalliga war geplant, einen Gästebereich mit WC-Anlagen abzutrennen – für die Spiele gegen die Top-Clubs der Liga.

Das Geld investiert fast ausschließlich der RSV. Der Klub hat Klinken geputzt und Geld eingesammelt. „Die Stadt ist schließlich auch knapp bei Kasse.“

Die gute Nachricht, wenn man so will: Falls der RSV im kommenden Jahr einen neuen Anlauf nimmt, wäre die Infrastruktur immerhin schon einmal besser als vorher.

Die Tabellenlage in der Oberliga Westfalen

KlubSpielePunkteQuotient
1SC Wiedenbrück20412,05
2RSV Meinerzhagen20391,95
3RW Ahlen18362
Aufstiegsberechtigt wären in der Oberliga die Klubs auf Platz 1 und 2. Wegen der Quotientenregel würde RW Ahlen Meinerzhagen verdrängen. Tabelle auf kicker.de
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