Gekämpft, gehofft, verloren: 1. FC Saarbrücken verliert gegen Bayer Leverkusen mit 0:3

Es war das so sehnsüchtig erwartete Spiel, aber es war ein ganz anderes als erhofft. Im Halbfinale des DFB-Pokal verlor der 1. FC Saarbrücken gegen Bayer Leverkusen mit 0:3 und schied aus dem Pokal aus.

Saarbrückens Mario Müller (l) und Leverkusens Mitchell Weiser kämpfen um den Ball. Foto: Andreas Schlichter/Pool/Imago

Ein bittersüßer Abend war das für den 1. FC Saarbrücken. Fast mehr bitter als süß. Sie hatten sich so gefreut auf dieses herausragende Spiel. Saarbrücken im Halbfinale des DFB-Pokals! Was für eine Geschichte. Helden, allesamt. Aber unbesungene Helden, denn in Völklingen durften keine Fans dabei sein. Wer mitfiebern sollte, musste das vor dem Fernseher oder in mit Abstand in einer Fußballkneipe verfolgen. Im Stadion von Völklingen erinnerten nur ein paar Banner an die Gastgeber – auch ein Protest: „DFB + DFL: Von allen guten Geistern verlassen. Euer Business bleibt krank.“ Und „Leere Ränge, volle Kassen.“ So und ähnlich war das in den vergangenen Wochen in vielen (leeren) Fankurven zu lesen. An diesem Abend blieb es der einzige Protest, es war nicht zu ändern.

Die Spieldaten zur Partie Saarbrücken – Leverkusen

Saarbrücken hatte buchstäblich Monate, um sich voll und ganz auf diese Partie vorbereiten zu können, dabei kam der tatsächliche Termin dann doch eher kurzfristig. Egal, der frischgebackene Drittligist wollte die Sache trotzdem angehen. Mit einer straffen Defensive, kompakten Reihen, mit einem „Schlachtplan“ als Idee.

Aber dann lief von Beginn an alles so, wie man es eigentlich erwarten konnte. Leverkusen mit mehr Ballbesitz, mehr Ruhe, mehr spielerischer Klasse. Und aus Saarbrücker Sicht leider auch frühen Toren. Denn gerade als Saarbrücken wenigstens mal seine ersten Spielzüge aufs Feld bringen konnte, lag das Team von Lukas Kwasniok zurück…

Banner im Stadion in Völklingen. Foto: Imago

Gerade zehn Minuten waren gespielt, da wuchtete Demirbay den Ball in den Strafraum, wo Diaby ziemlich mutterseelenallein den Ball volley und aus der Drehung annahm und ihn Torwart Daniel Batz durch die Beine schob. Das 1:0 für Bayer, damit war das vermutlich wichtigste erste Ziel – möglichst lange ohne Gegentor – schon erledigt.

Wenig zu machen für Saarbrücken

Und Bayer nahm die Sache weiter ernst. Mit der Führung im Rücken wurde es noch einfacher. Der Klassenunterschied wurde, so ehrlich muss man dann sein, schon deutlich. Und wie.

Nach 19 Minuten machte sich der FCS das Leben selbst schwer, weil Manuel Zeitz seinen Torwart irritierte, Alario nutzte das Missverständnis und knallte den Ball aus spitzem Winkel zum 2:0 ins Netz.

Saarbrückens erste Annäherung an das Tor der Gäste fand nach 21 Minuten statt, aber dem Schuss von Sebastian Jacob fehlte dann doch deutlich Kraft. Kein Problem für Leverkusen.

So pläzscherte das Spiel dann vor sich hin. Die nächste heikle Szene fand erst nach mehr als einer halben Stunde statt. Wendell mit einem Steckpass auf Paulinho, aber der schob den Ball am langen Pfosten vorbei (38.). Das mögliche 3:0 wäre dann wohl schon die Entscheidung gewesen.

Zeit zum Durchatmen bekam Saarbrücken an diesem Abend selten. Leverkusen beherrschte Spiel und Gegner – und traf eben auch.

Mit dem 0:2 ging es in die Pause.

Kwasniok wechselte, für Jänicke kam Froese ins Spiel. Und kaum war die Partie wieder angepfiffen, bekam Saarbrücken diese eine große Chance – wenngleich mit Hilfe von Bender. Von dessen Brust prallte der Ball Richtung Leverkusener Tor, aber Keeper Hradecky hatte aufgepasst. Aber Saarbrücken wirkte jetzt einfach etwas offensiver – und musste das ja auch tun.

Richtige Chancen erspielte sich der FCS allerdings nicht. Da war ein Schuss von Golley, aber zu ziellos. Dass Leverkusen die besseren Szenen bekam, gehörte auch dazu.

Schon nach 54 Minuten hätte das 3:0 fallen können, da klärte Saarbrücken im eigenen Strafraum mit aller Kraft. Minuten später jubelte dann doch Saarbrücken. Diesmal war es Bellarabi, der ein Demirbay-Zuspiel mit einem satten Schuss unter die Latte zum 3:0 verwandelte.

Und so sehr man mit dem Außenseiter mitlitt: Das war die Entscheidung. Trainer Peter Bosz sah das wohl auch so und wechselte. Bender raus, Diaby raus, Volland und Dragovic rein.

Es war ein bisschen Schaulaufenn bis zum Ende. Leverkusen nutzte seine fünf Wechsel, hatte jetzt vergleichsweise leichtes Spiel. Und dann und wann noch eine Chance, das Ergebnis weiter in die Höhe zu schrauben. Da machte es auch nichts, dass Leverkusen die letzten Minuten in Unterzahl bestreiten musste – Bellarabi musste verletzt runter, aber Trainer Bosz hatte schon fünf Wechsel vorgenommen.

Fast hätte es für das Ehrentor gereicht: Schon in der Nachspielzeit bekam Mendler die große Chance, aber er verzog aus knapp zehn Metern knapp. Da fehlte nicht viel. Es half nichts, Leverkusen brachte das 3:0 über die Runde.

Alles in allem: Das Ergebnis ging an diesem Abend in Ordnung. Die lange Pause war für Saarbrücken ein Nachteil, Leverkusen wirkte in allen Belangen frischer und eingespielter. Und natürlich fehlte auch ein bisschen das euphorisierte Publikum. Dem FCS bleibt – neben dem finanziellen Vorteil – das Gefühl, es so weit wie kein anderer Viertligist im Pokal geschafft zu haben. Mit etwas Abstand wird die Freude und der Stolz darüber einziehen und das Spiel dann auch richtig eingeordnet werden.

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