Fußballverband Brandenburg: Spielbetrieb nur bis Ende Juni 2020

Der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB) hat entschieden: Der Spielbetrieb in den zugehörigen Ligen wird nicht über den 30. Juni 2020 hinaus verlängert. Das teilte der Verband am Mittwoch mit – die Entscheidung ist das Ergebnis einer Umfrage bei über 530 Klubs.

Der DFB hatte jüngst seine Statuten bis 2021 so aufgeweicht, dass die Verbände selbst die Möglichkeit hätten, den Spielbetrieb auch über das offizielle Saisonende hinaus zu verlängern. Der zentrale Gedanke dabei war, die aktuelle Saison halbwegs regulär zu beenden und die sportlichen Entscheidungen durch Spiele fallen zu lassen.

Dazu hatte sich der FLB ein Meinungsbild unter seinen 531 Klubs eingeholt. Insgesamt 382 Klubs antworteten, das ist eine Beteiligung von rund 72 Prozent.

Für die Fortsetzung stimmten insgesamt 135 Vereine (35,34 %), gegen die Fortsetzung 227 (59,42 %), unentschlossen waren 20 (5,24 %), teilt der Verband nun durch seinen Präsidenten Jens Kaden mit.

Gerade im Bereich der überregionalen Mannschaften habe sich eine Ablehnungsrate von über 75 Prozent ergeben, heißt es. Klartext: Die große Mehrheit der Klubs will ein Saisonende bis 30. Juni 2020. „Damit wurde für den sportlichen Lösungsfall und seinen spätmöglichsten Zeitpunkt der Saisonbeendigung entschieden. Über dieses Votum, den Spielbetrieb in den Männerspielklassen am 30.06.2020 zu beenden, werden wir uns als Verband nicht hinwegsetzen“, so der FLB.

Wann irgendein Trainings- oder Spielbetrieb beginnen kann, sei allerdings völlig offen. „Die Antwort darauf kann der Verband weder liefern, noch beeinflussen.“ Klar sei lediglich, dass der Verband selbst vor behördlichen Anordnungen keinerlei Entscheidungen treffen werde. Der Ball liegt somit im Bereich der Politik. „Diese Handlungsweise ist ganz klar den Haftungsfragen geschuldet. Die verbleibende Zeit wird zwischenzeitlich auch weiter genutzt, um ruhig und besonnen die nächsten Schritte zu beraten, Verbandsgesetze der Situation anzupassen, Denkmodelle und Szenarien weiter zu prüfen sowie die finale Entscheidung weiter zu diskutieren und vorzubereiten.“

Es liege aber auf der Hand, dass jede sportliche Lösung scheitern werde, wenn die Vorgaben der Behörden negativ ausfallen. „Mit dem Wunsch der Vereine zur Nichtverlängerung der Saison ist im Fall der Unmöglichkeit einer sportlichen Beendigung, die Legitimation zu einer Entscheidung des Verbandsvorstandes, möglich auch der Fußballkreise gegeben.“ Heißt im Klartext: Sollte eine Fortsetzung der Saison unmöglich sein, könnte der Verband die Saison komplett abbrechen und ggf. annullieren.

Im Bereich Brandenburg sind u.a. der SV Babelsberg, Union Fürstenwalde, Optik Rathenow oder Energie Cottbus betroffen.

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